21.08.2014 Oulu und Umgebung

Birke-01Die Hoffnungen waren gross als ich aufwachte. Aber wie gestern verschwanden sie sehr schnell, als ich mir das Wetter anschaute. Ich legte mir eine Strategie zurecht wie ich Beat die Situation erklären wollte und ging in den Frühstücksraum. Nach dem Frühstück telefonierte ich noch mit einem Meteorologen von Meteo Schweiz. Er bestätigte meine Vermutung, dass es heute wieder nichts wird. Wir sind immer noch genau mitten in einem Tiefdruckzentrum, mit einer sehr labil geschichteten Luft. Das bedeutet viel Feuchtigkeit und tiefe Wolkenuntergrenzen, was wie bereits erwähnt nichts gutes für die Fliegerei ist. Schon fast routinemässig entschieden wir uns einen weiteren Tag in Oulu zu verbringen. Heute jedoch wollten wir etwas unternehmen und nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut herum sitzen und warten.

Nach dem Frühstück, das übrigens genau meinen Erwartungen und Vorstellungen entspricht, gingen wir in die Touristen Information. Dort fragten wir die Dame was wir heute unternehmen können und erwähnten auch, dass wir ein Auto mieten wollen. Von der Information rief ich eine Autovermietung an und vereinbarte mit denen, dass Sie uns ein Auto zum Hotel bringen. Die Miete für das Auto war verhältnismässig günstig. Wenn ich mich richtig erinnere waren es EUR 69 für einen Tag mit unbegrenzten Kilometern. Die Dame empfahl uns einen Grillplatz der an einem Fluss ungefähr 25 km von Oulu entfernt liegt. Wir fanden das eine gute Idee und beschlossen dorthin zu fahren. Leider kann ich mich an den Namen nicht mehr erinnern. Das war wieder einmal ein finnisches Wort, das ich nicht einmal lesen konnte. Kurz vor 11.00 Uhr war unser Mietwagen vor dem Hotel.

Auto-01Als erstes fuhren wir zum Flughafen, um zu schauen ob unsere Aquila noch dort ist wo wir sie hingestellt haben. Am Flughafen fuhren wir vor das Sicherheitstor und ohne etwas zu tun ging die Sicherheitsschranke auf und wir konnten auf das Flughafengelände fahren. Der Flughafen Oulu ist ein internationaler Flughafen mit Linienverkehr. So etwas wäre bei uns undenkbar. Wir konnten einfach hinein fahren, ohne dass uns jemand kontrollierte. Wir gingen zum Flugzeug und ich nahm die Karten mit und Beat sein Stativ. In der Kiste mit den Karten hatte ich auch noch mein GPS. Leider wussten wir auch schon nicht mehr wie der Platz hiess zu dem wir fahren wollten, aber wir wussten noch wo er ist. Während Beat fuhr, gab ich eine Ortschaft in der Nähe von dem Platz ein.

Fluss-03Als wir drei Mal an dem Ort vorbei gefahren sind hielten wir an einer Kebab Bude an und fragten den Inhaber nach dem Ort. Er wusste sofort wonach wir suchen und erklärte uns die Richtung. Der Inhaber war ein Türke, der sich diesen Laden vor vier Monaten gekauft hat. Wir bewunderten seinen Enthusiasmus. Das muss nicht gerade einfach sein als Türke in Finnland “in the middle of nowhere” einen Kebab Laden aufzubauen. Mit seiner Hilfe fanden wir den Platz und freuten uns schon auf einen gegrillten Lachs. Der Platz war sehr idyllisch, aber für uns sehr ungewöhnlich. Mich erinnerte der Fluss an den Bosporus. Beide Flüsse haben ungefähr die gleich Farbe. Mir wurde dann auch klar wieso, sich ein Türke in dieser Gegend niederlässt. Wahrscheinlich erinnerte ihn der Fluss an seine Heimat Istanbul. Beat erklärte mir, dass der Fluss die dunkle Farbe von dem Torf hat, den er weg spült. Er habe das schon in Irland gesehen. Das war für mich etwas völlig Neues.

Fluss-01Aus dem gegrillten Lachs wurde leider nichts. Stattdessen teilten wir uns eine Tafel Schokolade mit 85% Kakao. Wir haben verstanden, dass wir den Lachs hätten mitbringen oder selber fangen müssen. Hungrig machten wir uns auf den Weg zum Auto und fuhren in Richtung Westen ans Meer. Dort fuhren wir auf zum Teil unbefestigten Strassen in verschiedene Buchten. Das war interessant aber nicht wirklich etwas was jeder sehe müsste. So gegen 16.30 Uhr waren wir wieder im Hotel.

Um 17.00 Uhr haben wir uns in der Rezeption getroffen und erkundigten uns dort wo es einen guten Fisch zum Essen gibt. Die Dame schlug ein Restaurant mit einem Schwedischen Namen vor. Übrigens, wussten Sie, dass ungefähr 10% der finnischen Bevölkerung Schwedisch spricht? Meistens ist auch alles zweisprachig angeschrieben. Nämlich in Finnisch und in Schwedisch. Wenn ein Wort ausgesprochen werden kann, dann ist es Schwedisch. Wir probierten das Restaurant und waren wie bis jetzt immer mit dem Essen sehr zufrieden.

Die Dame von der Touristen Information von heute morgen hat uns gesagt, dass heute Abend so ein Art Stadtfest in Oulu angesagt sei. Das wollten wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Nach dem Abendessen liefen wir noch durch die Stadt auf der Suche nach dem grossen Fest. Offensichtlich verstehen die Finnen unter einem Fest etwas anderes als wir. Wir trafen nur einzelne Musikanten und ein paar Gruppen an, die etwas aufführten. Einer der Künstler war der finnische Peach Weber, den unsere Leser aus der Schweiz bestimmt kennen. Die anderen Aufführungen die wir sahen, haben uns nicht aus den Socken gehauen. Daher gingen wir zurück ins Hotel, fest entschlossen, dass das unsere letzte Nacht in Oulu sein wird.

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