19.08.2014 Helsinki nach Oulu

Front-02Der Morgen hat gleich angefangen wie der gestrige Tag geendet hat. Jedoch war ich mir heute nicht mehr ganz sicher ob die Depression mit dem Wetter zu tun hatte oder mit dem Hotel in dem wir übernachteten. Da ich ein positiver Mensch bin oder meistens so tue als ich positive sei machte ich gute Mine zum Bösen Erwachen und ging voller Enthusiasmus zum Frühstück. Beat meinte, dass bei ihm eine Art Gefühl von Alcatraz hochkomme.

Lastenflieger-01Unser Freund Heikki holte uns so gegen 9.00 Uhr ab und fuhr uns zum Flughafen Malmi. Am Flughafen angekommen luden wir als erstes unser Gepäck ins Flugzeug. Irgendwie fühlte ich, dass es heute weitergehen wird. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, aber das war meine einzige Chance Beat noch einen Funken Hoffnung zu geben. Das funktioniert vorerst auch recht gut, aber als wir im Briefing Raum auf den Regenradar starrten sah ich in seinem Gesicht wie die Hoffnung dahin schmolz. Aber ich musste ja etwas tun, um ihn bei Laune zu halten, daher schaute ich Radarbild-01alle 10 Minuten auf den Radar und checkte alle 30 Minuten die Wetterberichte der Flughäfen die auf unserer geplanten Strecke liegen. Nach ungefähr 2 Stunden warten und mehreren Schauern die über Malmi hinweg zogen füllte ich ein Flugplanformular aus. Und siehe da der Flugplan Gott hatte erbarmen mit uns. Die Schauer begannen sich in Richtung Nordwesten zu verziehen und über Malmi waren sogar einzelne Blaue Flecken zu sehen. Nordwesten war die Richtung in die wir fliegen mussten, um nach Pori zu kommen.

Um 11.30 Uhr stiegen wir ins Flugzeug und rollten los in Richtung Piste 18. Nach dem Start durften wir nur auf 700 ft steigen. Schon in 700 ft hatten wir mehr als 30 Knoten Wind, was zu leichten bis mittleren Turbulenzen führte. Nach dem Start drehten wir auf nordwestlichen Kurs und flogen am Hafen von Helsinki vorbei, wo Beat noch einmal die Eisbrecher fotografieren konnte. Ich hatte den Eindruck, dass das bis jetzt das Highlight von seinem heutigen Tage war. Aber es sollte noch viel besser werden. Viel, viel besser!

Front-03Bald holten wir die Schauer, die zuvor von Malmi in Richtung Nordwesten abgezogen sind, ein. Zum Glück waren die Schauer nur lokal. Ab und zu mussten wir einen kleinen Bogen um sie herum machen. Nach einer Stunde Flugzeit erreichten wir Pori. Dort hatten wir einen Termin mit einer der grössten Flugschulen Finnlands. Wir wurden dort herzlich empfangen und als wir in den Hangar der Flugschule eintraten waren wir ziemlich beeindruckt. In dem Hangar stand alles von der Cessna 152 bis zu der Embraer Phenom 100. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Geschäftsführer, der die Aquila am Wochenende in der Airshowin Malmi auch schon gesehen hatte, stiegen ich und Jari in die Aquila ein. Schon sehr schnell wurde mir klar, dass Jari ein sehr erfahrener Pilot ist. Zuerst flogen wir zwei Platzrunden und dann in Richtung Trainingsarea wo er die Aquila innerhalb ihrer Betriebsgrenzen testet. Als wir nach der Landung bei der Flugschule auf dem Parkplatz ankamen sah ich wieder einmal mehr ein smiling Face. Jari erzählte mir dann auch noch, dass er sonst auch Flugzeuge wie Extra 300 und andere interessante Flugzeuge fliegt. Das bestätigte mein Gefühl, dass ich es hier mit einem hoch professionellen Pilot zu tun hatte. Beat führte während unsrem Flug, wie er mir später erzählte, sehr interessante Gespräche mit dem Geschäftsführer der Flugschule. Jari half mir noch bei der Flug Vorbereitung und dem Flugplan für unseren Flug nach Oulu.

Front-01Als wir in Pori starteten klarte das Wetter auf und es waren nur noch einige Quellwolken zu sehen. Wir planten entlang der Küste über Vasa nach Oulu zu fliegen. Doch als wir uns Vasa näherten wurde es immer dunkler und wir entschieden uns den direkten Weg übers Festland zu nehmen. Über Vasa tobte ein heftiges Gewitter. Wir konnten sogar das zischen im Funk hören, das von Blitzen in der Umgebung induziert wurde. Nordöstlich von Vasa war der Himmel dann wieder fast klar. In der Richtung in die wir fliegen sollten war es jedoch ziemlich dunkel. Unter uns hingen nur noch ein paar Wolkenfetzen knapp über dem Boden in der Luft. Ich erklärte Beat, dass diese Wolken ein Zeichen dafür sind, dass es hier kürzlich geregnet haben muss. Je nördlicher wir flogen, desto mehr bestätigte sich meine Theorie. Offensichtlich waren wir schneller als die Kaltfront die Richtung Norden zog.

Front-05Wir holten diese ein und bald war vor uns ein Wand mit starken Schauern. Trotz ziemlich starkem Regen war die Sicht immer noch gut und wir hatten die ganze Zeit einen Plan B. Falls sich die Sicht verschlechtert hätte, hätten wir jederzeit in Richtung Südosten abdrehen können, wo sehr schönes Wetter war. Als wir Mitten in der Schauer waren sahen wir Richtung Norden schon wieder ein helles Licht. Nach ungefähr weiteren 5 Minuten hatten wir die Front überholt und vor uns breitete sich schönes Wetter aus.

Regenboden-01Während dem Anflug nach Oulu spielten wir sogar noch mit dem Gedanken eventuell heute Abend noch weiter nach Kiruna zu fliegen. Als wir jedoch das Wetter näher anschauten entschieden wir uns in Oulu zu bleiben. Heute hatten wir mit dem Hotel grosses Glück. Oulu ist eine sehr interessante Stadt mit einem schönen Hafen. Zum Abendessen gönnten wir uns ein Rentier Filet mit Gemüse. Das war vorzüglich. Zufrieden aber müde gingen wir auf unsere Zimmer und freuten uns schon auf morgen.

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