11.10.2009 Tecopa bis Mammoth Lakes – 370 Meilen

Wir stehen sehr früh auf und machen uns auf den Weg. Hier ist natürlich ein Frühstück nicht zu erwarten. Wir holen es uns in der Tankstelle nicht weit von hier. Die Reise hat von hier nichts mehr mit unserem Dokumentarfilm zu tun. Aber weil wir schon mal in der Nähe sind, wollen wir ins Death Valley. Der tiefste Punkt im Dead Valley liege 85 Mter unter dem Meerespiegel und ist somit der tiefste Punkt in Nordamerika. Das Dead Valley ist eine der heissesten Gegenden auf der Erde. 1935 wurde dort eine Temperatur von 56.7°C gemessen. In unserer Riesenkarosse fühlen wir uns ziemlich wohl. Wir fahren bis Shoshone und wechseln dort auf die 178 über den Salsberry Pass der uns ins Tal des Todes fürht. Im Tal angelangt, haben wir die Möglichkeit auf der Touristenstrasse durch das Tal zu fahren oder auf dem Kiesweg auf der West Side Road. Weiterlesen

10.10.2009 – Blyte bis Tecopa, CA – 370 Meilen

Auf der heutigen Strecke sind wir ziemlich viel am Ufer oder wenigstens in der Nähe des Colorado Rivers. Zugleich ist es auch die letzte Etappe unserer Erkundungsreise. Wir sind zwar ein wenig im Clinch weil wir am Abend in der Nähe um Las Vegas übernachten müssen und das unter Umständen etwas teurer werden könnte. Aber was solls, man ist ja nicht jeden Tag in Las Vegas, der wahrscheinlich grössten Touristenfalle von ganz Amerika.

Wir fahren zuerst der 95 auf der kalifornischen Seite bis Vidal Junction dann auf der 62 bis Parker. Auf diesem Wegstück tangieren wir den Colorado River mehrere Male und überall hat es Campingplätze entlang des Flusses. Es sind wirklich schöne Plätze – das Häuschen direkt am Fluss ein wenig Rasen als Spiel- und Sitzplatz und ein paar Bäume, die im Sommer Schatten spenden. Dann natürlich die uneingeschränkte Sicht auf den Fluss, der in alles erfüllender Ruhe vorbei fliesst. Ich kann die Leute die sich hierher zurückziehen, um das Wochenende zu verbringen sehr gut verstehen. Es ist ein kleines Paradies das ihnen der Fluss schenkt. Weiterlesen

09.10.2009 – Toucson bis Blyte – 400 Meilen

Das Zimmer im Holiday Inn war wirklich komfortabel und auch das Frühstück enthielt alles was das Herz begehrt. So machen wir uns um 8.00 Uhr auf den Weg, nachdem wir alle Schreibarbeiten aktualisiert haben. Wir wollen das Old Saguaro Desert Museum aufsuchen und dieses hat erst ab 8.30 offen. Es liegt etwa eine halbe Stunde ausserhalb der Stadt in unserer Reiserichtung. Unser Nüvi führt uns direkt vor die Pforten. Es stehen eine Menge Autos und Busse herum. Wie könnte es auch anders sein. Wie an allen Touristenattraktionen hat es auch hier viele Touristen, aber wir freuen uns trotzdem etwas über die Wüste zu erfahren und zu lernen. So zahlen wir den Eintritt und lassen uns Überraschen. Der Rundkurs führt über 1.8 Meilen und ist äusserst interessant. Die Themen führen über die Entstehung der Erde, über die Gesteinsarten durch Tropfsteinhöhlen, bis zur Tier- und Pflanzenwelt, wie sie heute anzutreffen ist. Ein wirklich spannender Lehrpfad und wir können viel daraus lernen. So zum Beispiel, dass der Saguaro Kaktus nur in dieser einen Wüste hier wächst. Diese Giganten treffen wir also nur in dieser Ecke der Erde an. Auch sind viel Schlangen und andere Kleintiere in Terrarien ausgestellt und beschrieben. Nach zwei Stunden verlassen wir das Museum wieder und machen uns auf unsere Tagestour. Weiterlesen

08.10.2009 – Payson bis Tucson – 370 Meilen

Heute Morgen sind wir schon früh erwacht und haben uns auf den Weg gemacht. Das Tagesziel liegt in Toucson. Wir wählen die Routen durch die Berge damit wir von der Landschaft und der Fauna möglichst viel mitbekommen. Die Leute, die wir gefragt haben, wie es in der Gegend um Phönix aussehe, haben gesagt es sei alles Wüste. Ich bin noch nie in der Wüste gewesen und will deshalb wissen, wie das ist. Also fahren wir erst auf der 260, 30 Meilen nach Osten und biegen dann auf die 288. Diese Kiesstrasse schlängelt sich auf einer Länge von etwa 80 Meilen durch die Berge des Tonto National Forests in Richtung Süden. Die Fahrt ist wirklich einmalig und von Wüste keine Spur. Wenn wir zwischendurch auf einer Anhöhe ankommen und der Wald den Blick etwas freigibt, sehen wir bis zum Horizont nur Berge und Täler die mit Wald bedeckt sind. Auf der Hälfte der Strecke, mitten in den Bergen passieren wir das Städtchen Young. Es ist erstaunlich, dass hier in dieser Abgeschiedenheit so viele Menschen leben. Das Dorf erstreckt sich bestimmt über drei Meilen. Die Häuser sind aber ziemlich weit verstreut. In den meisten Städten und Dörfern in ganz Amerika gibt es immer eine Strasse an der, je nach Grösse des Ortes, mehr oder weniger verschiedene Kirchen anzutreffen sind. Wir nennen diese Strasse dann die Religions Shopping Meile. So hat es auch hier an der Strasse vier verschiedene Kirchen. Nach dem Dorf tauchen wir wieder in den Wald ein und fahren über Berge und wieder hinunter in Einschnitte die von Bächen und Erosion, im Verlauf von Jahrmillionen, geformt wurden. Weiterlesen

07.10.2009 – Brice Canyon bis Payson – 390 Meilen

Wie erwartet, hat sich das Zimmer als „ripp off place“ entpuppt. Um vier Uhr erwache ich mit völlig durchgefrorenen Beinen, denn im Preis von $100 liegt eine Bettdecke natürlich nicht mehr drin. Im Aussenkorridor dröhnen die Klimageräte der anderen Zimmer. Sie heizen auf vollen Touren, man meint, man befinde sich auf dem Flughafen. Die Wände und Fenster isolieren soviel wie ein Blatt Papier und wir sind gezwungen, ebenfalls die Stromschleuder in unserem Zimmer einzuschalten um nicht am Erfrierungstod zu erliegen.

Um 6 Uhr laden wir bereits die gepackten Koffer und fragen nach dem Frühstück. Die Dame an der Rezeption schaut uns ganz erstaunt an und sagt, es gebe ein wunderbares Restaurant gleich um die Ecke wo man Frühstück haben kann, es sei aber nicht im Zimmerpreis enthalten. Die hat uns den Morgen aber schön versaut. Lieber mit leerem Magen auf die Strecke als denen noch einen Dollar in den Aaa… schieben. Tja, es gibt halt auch geldgierige Menschen auf der Welt, die dem Schmarotzertum alle Ehre machen. Weiterlesen

06.10.2009 – Monticello bis Brice Canyon – 390 Meilen

Der Tag beginnt wieder mit wundervollem Wetter, der Mond scheint in voller Grösse am sternenklaren Himmel als wir die Vorhänge aufziehen und uns für die Weiterreise bereit machen. Langsam wechselt der Himmel die Farbe, erst in ein dunkles Blau, dann kommt langsam die Morgenröte von Osten her und tüncht das Ganze in einen roten Schimmer.

Wir sind bereits auf dem Weg Richtung Blanding auf der 191. Einfach ein Genuss in der Früh bereits auf dem Weg zu sein und dieses Szenario mitzuerleben. Bei Blanding biegen wir auf die 95 und fahren bis zur Verzweigung Grand Flat. Dort wechseln wir auf die 275 zum Natural Bridges National Monument. Von dort aus haben wir wieder zwei Möglichkeiten, entweder über die in der Karte als gut ausgebaute Kiesstrasse nach Hite am Nordöstlichen Ende des Lake Powell – die Strasse führt durch die Berge und Wälder und ist der kürzere Weg – oder aussen herum auf dem Highway 95. Richtig, wir entscheiden uns natürlich für die Variante Woodenshoe Road durch die Wälder und Berge. Die Strasse führt hinauf auf den Berg mit dem Name Bears Ears auf rund 8200 ft. Dort könnten wir noch einen Abstecher auf den Gipfel 8820 ft machen, jedoch ist die Strasse als Jeep Road bezeichnet. Nach einer kurzen Strecke Testfahren, fahren wir rückwärts zu der Kreuzung zurück. Wir haben noch die Strasse von gestern in den Knochen und noch keine Lust auf eine neue Herausforderung. Ausserdem ist das heutige Fahrpensum bei ca. 400 Meilen und wir müssen schauen, dass wir nicht zu viele zeitintensive Abstecher machen. Reizen tut es uns doch alle weil. Weiterlesen

05.10.2009 – Monticello bis Canyon Lands Nationalpark – 220 Meilen

Nach dem aufregenden gestrigen Tag im Outback des Green Rivers, haben wir beschlossen nochmals einen Tag auf dieser Seite des Colorado Rivers und auf den rauesten Strassen, die es in ganz Amerika gibt, zu verbringen.

Wir fahren auf der 191 etwa 20 Meilen nach Norden und biegen dort auf die Hatch Point Road, die uns zu den Aussichtspunkten Anticline Overlook und the Needles Overlook bringt. Das Landschaftsbild das wir hier antreffen ist ähnlich den anderen Overlooks die wir gestern bereits gesehen haben, doch der Ausblick ist dennoch verschieden und atemberaubend. Wenn wir so am Klippenrand stehen und der Aufwind von der Tiefe der Schlucht heraufbraust, sich an der Kante mit den Flächenwinden verwirbelt und an unserem Gleichgewicht rüttelt, treibt es uns den Adrenalinspiegel in die Höhe. Dieses Gefühl und das Schauspiel von Naturgewalt und unendlicher Zeitgeschichte der Erde bringen so viel Emotionen und auch Fragezeichen hervor – einfach überwältigend. Weiterlesen

04.10.2009 – Monticello bis Canyon Lands National Park – 220 Meilen

Wie erwartet, hat sich das Wetter während der Nacht verschlechtert. Am Morgen höre ich den Regen gegen das Zimmerfenster prasseln und den Wind um das Gebäude pfeifen. Wieder mal eine Gelegenheit, den Tag etwas gelassener anzugehen und ein wenig länger im Bett zu verweilen. Um 7.30 Uhr stehen wir auf und haben Frühstück. Hier gibt es sogar einen Kaffee den man trinken kann. Welch eine Wohltat. Auch der Rest des Frühstücks ist nicht schlecht. Weiterlesen

03.10.2009 – Durango bis Monticello – 340 Meilen

Wir verlassen das Hotel um 7.00 und fahren auf der 172 bis Ignacio Richtung Lake Navajo, dann auf der 151 über Tiffany, Allison und bis Arboles. Hier biegen wir wieder auf eine Naturstrasse ab, die uns über das Outback bis nach Dulce bringt. Auf der Strecke kommen wir am Navajo Lake vorbei der vom San Juan, Piedra und Los Pinos River gespiesen wird. Das Land und die Vegetation sind hier ziemlich üppig. Sobald wir aber Gato passiert haben und weiter nach Süden kommen und keine Flussläufe mehr in der Nähe sind, wechselt die Szene in trockene Steinwüsten-Landschaft. Ich liebe das warme Klima, doch für die Gegend hier in New Mexiko kann ich mich nicht wirklich begeisten. Damian sagt, weiter Südwerts erstrecken sich dann die wirklichen Wüsten, wo kein Leben anzutreffen ist. Nichts als Sand ein paar einzelne ausgetrocknete Büsche und brütende Hitze tagsüber und klirrende Kälte in der Nacht. Ich will gerne mal die Wüste und deren Faszination erleben, aber das ein anderes Mal. Weiterlesen

02.10.2009 – Grand Junction bis Durango – 400 Meilen

Wir sind richtig gut ausgeruht und fahren bereits um 6.45 Uhr von unserem Hotel weg. Die Reise nimmt ab hier eine Wende, denn wir besuchen nun die südliche Seite des Colorados und dessen Zuflüsse. Unser nächstes Ziel ist der Gunnison River, der bei Grand Junction in den Colorado River fliesst und einige der Nebenflüsse die in den Blue Mesa Stausee fliessen und damit indirekt in den Gunnison River. Zuerst fahren wir auf der 50 durch unendliche Ebenen bis nach Monterose. Die Landschaft im Morgenlicht ist wieder gigantisch. Man bekommt das Gefühl von unendlicher Freiheit. Weiterlesen